Vivio-Reihe „Neues aus der Psychologie“

Krank im Urlaub und Migräne am Wochenende

Poststress-Symptome könnten dahinter liegen

Stress kann krank machen – das ist mittlerweile bekannt. Etwas weniger bekannt ist, dass nicht nur während einer stressigen Phase, sondern auch danach Beschwerden auftreten können. Sie machen sich häufig nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub bemerkbar. Typisch für diese sogenannten Poststress-Symptome sind beispielsweise Rückenschmerzen, Migräne oder Erkältungen. An der Universität Trier haben wir mit weiteren Forschern untersucht, wie häufig diese Symptome vorkommen und welche Rolle Stress und Erschöpfung spielen.

Dabei zeigte sich, dass sich ungünstiger Weise gerade stark gestresste Menschen oft schlecht erholen können, da sie unter Poststress-Symptomen leiden (bis zu 35% bei Patienten in stationärer Behandlung; nur etwa 2% der gesunden Menschen). Am häufigsten kommen bei diesen Menschen Magenschmerzen, Infekte und Kopfschmerzen nach Stressphasen vor.

Ob Poststress-Symptome überhaupt entstehen, kann durch den vorangegangenen Stresslevel vorher gesagt werden. Wesentlich wichtiger für die Entstehung von Poststress-Symptomen ist jedoch die subjektive Erschöpfung. So leiden alarmierende 75% der Menschen mit ausgeprägter Erschöpfung auch an Poststress-Symptomen.

Immer krank im Urlaub? Poststress Symptome
Infekte und Erkältungen, die mit Beginn des Urlaubs auftreten, können Poststress-Zeichen sein.

Entstehung und Behandlung von Poststress-Symptomen

Wir sehen Poststress-Symptome als eine Unterform der Erschöpfung, die bei einer bestimmten Fehlregulation der körpereigenen Stresssysteme auftritt. Zentral ist dabei der Botenstoff Noradrenalin. Der Körper verbraucht unter Stressbelastung große Mengen dieses Botenstoffs. In Ruhephasen kann sich schließlich ein Mangel bemerkbar machen, der sich auch auf das Nerven- und Immunsystem auswirkt. Um Poststress-Symptome vorzubeugen, sollten Sie auf Pausenmanagement und effektive Erholung achten. Hier helfen vor allem Entspannungsmethoden wie Autogenes Training (AT) oder Progressive Muskelentspannung (PMR). Nach einigen Wochen Übung kann die Erholung dann ganz gezielt da genutzt werden, wo Sie am nötigsten ist. Wichtig ist, vorher einmal auszuprobieren, welche Methode am besten zu Ihnen passt.

Prävention ist der beste Ansatz. und: Die beste Prävention ist die, die auf Ihre Situation maßgeschneidert ist. Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrem persönlichen Stressmanagement-Plan. Vereinbaren Sie dazu Ihr Kennenlerngespräch mit einem Klick.

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6 Kommentare zu „Das Phänomen Poststress-Symptome“

  1. Vielen Dank für den Artikel! Ich wurde von meinem Arzt für innere Medizin darauf hingewiesen, dass ich unter Poststress-Symptomen leiden könnte. Daher ist es gut zu wissen, dass man das auch als eine Form der Erschöpfung betrachten kann. So gesehen könnte das tatsächlich stimmen.

    1. Dr. Sandra Waeldin

      Schön, dass Sie medizinisch offenbar in guten Händen sind. Falls Sie präventiv etwas tun möchten und Unterstützung beim Pausenmanagement möchten, können wir das gerne in einem virtuellen Coaching umsetzen. Melden Sie sich gerne. In jedem Fall alles Gute!

  2. Carsten Strohmeier

    Dankeschön für diesen hilfreichen Artikel. Mir selbst war bisher nicht klar, dass sich viele physische Leiden durch zu viel Stress entwickeln können. Ich habe tatsächlich auch eine Freundin , welche immer krank wird sobald sie in den Urlaub fliegt. Neulich hat Sie sich deswegen sogar in Therapie begeben. Seitdem geht es ihr viel besser und sie hat auch keine Beschwerden mehr beim Reisen.

    1. Dr. Sandra Waeldin

      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut zu Hören, dass Ihre Freundin gute Unterstützung erhalten hat! Alles Gute!

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